Heute schon geKIMt?

Berlin, 18.03.2021


Kommunikation im Medizinwesen: Da „KIMt“ eine Nachricht

Aus KOM-LE wird KIM, aus „Kommunikation zwischen Leistungserbringern“ wird „Kommunikation im Medizinwesen“. Mit den neuen KIM-Diensten können Praxen künftig medizinische Dokumente elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur (TI) versenden und empfangen. Neben Praxen werden sich auch Krankenhäuser, Apotheken, Kassenärztliche Vereinigungen, Krankenkassen und andere Einrichtungen an KIM anschließen. Medizinische Informationen, die für die Behandlung von Patienten*innen benötigt werden, sind so schneller und einfacher verfügbar. Verschiedene Anbieter wollen einen KIM-Dienst bereitstellen, unter anderem bietet die KBV den eigenen Kommunikationsdienst kv.dox an.


KIM-Dienste sollen den Informationsaustausch aller an einer Behandlung beteiligten Gruppen vereinfachen, beschleunigen und sicherer machen.

Die Einführung erfolgte schrittweise. Bislang war die Nutzung dieses Kommunikationsweges freiwillig, seit diesem Jahr benötigen jedoch alle Ärzte*innen einen KIM-Dienst. Der elektronische Arztbrief (eArztbrief) ist die erste Anwendung von vielen, die über Kim abgewickelt werden kann. Dies funktioniert schon seit dem zweiten Halbjahr 2020. Ab April 2021 sollen eArztbriefe nur noch dann honoriert werden, wenn sie über KIM verschickt werden. Auch können bereits E-Mail-Nachrichten mit Anhängen bis 25 MB verschickt werden. In Kürze sollen außerdem elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) sowie elektronische Rezepte (eRezepte) via KIM versendet werden. Die Kommunikation über KIM ist komplett Ende-zu-Ende verschlüsselt1.

Für die Nutzung eines KIM-Dienstes benötigen Mediziner*innen sowie andere Leistungserbringer einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) bzw. Arztausweis (eArztausweis) ihrer Landesärztekammer, eine Registrierung bei einem von der gematik zugelassenen KIM-Anbieter, einen Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) und die damit verbundenen eHealth-Konnektoren (bereits genutzte Konnektoren können diesen Status in der Regel über Online-Updates erlangen) sowie einen eHealth-Kartenterminal. Das Praxisverwaltungssystem und das eArztbrief-Modul müssen von der KBV zertifiziert sein. Für die Einrichtung erhält jede Praxis von der GKV eine einmalige Einrichtungspauschale von 100 Euro. Dann können Ärzte*innen zwischen registrierten, authentifizierten Nutzern der TI vertrauliche Nachrichten und signierte Dokumente und Dateien austauschen sowie qualifizierte elektronische Signaturen (QES) erstellen.


1 Unter „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ versteht man die Verschlüsselung übertragener Daten über alle Übertragungsstationen hinweg. Nur die Kommunikationspartner können die Nachricht entschlüsseln, keine andere Instanz (z. B. der Anbieter des Kommunikationsdienstes, der Telekommunikationsanbieter oder der Internet-Provider) kann auf die Nachrichten zugreifen.


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